Kann ich euch vertrauen?
Natürlich nicht! Wir sind Homsarecs.
Ivan zum ersten Mal bei den Heiligen Biestern, zum Essen eingeladen.
Band 1: GEH DA NICHT HIN!
Kann ich euch vertrauen?
Ivan zum ersten Mal bei den Heiligen Biestern, zum Essen eingeladen.
Band 1: GEH DA NICHT HIN!
Hemyarik kam mit einem Tablett Sandwiches zu Heathea zurück.
»Was hast du heute gegessen?« fragte sie.
Es war furchtbar wenig gewesen.
»Warum so wenig?«
»Das habe ich mir angewöhnt, als ich verletzt war.«
Er hatte längere Zeit keine feste Nahrung zu sich nehmen können.
Sie befahl ihm, sich direkt vor sie zu setzen. »Sehen wir mal, was auf dem Tablett ist.«
Es waren Gurken-Sandwiches mit und ohne Creme. Die ohne wollte er selber essen.
»Nein, die sind für mich. Ich bin dick, du bist dünn. Du kriegst die mit Creme.«
Er protestierte: »Mir wird schlecht davon.«
»Warum machst du dann welche? Willst du, dass mir schlecht wird?«
»Madame, wollen Sie mich zur Verzweiflung treiben?«
»Wie viele verträgst du?«
»Eins.«
»Okay. Ich nehme eine Scheibe von denen mit Creme und tausche gegen eine ohne. Dann haben wir zwei Sandwiches mit wenig Creme. Einverstanden?
Band 5, Prequel: "Des Schreibers wilde Träume"
»Wohin gehen wir?« wollte Hieronymus wissen.
»Zu meiner Familie«, entgegnete Fido.
Der Weg führte sie vom Wehrgang zur Vorstadt. Rechts von ihnen ragten die Masten der Schiffe im Hafen auf. Durch Gärten, vorbei an Einzelhäusern, ging es in Richtung des Meeres. Dies war das eher ärmliche Viertel der Fischer und der Räucherhütten und Salzfässer. Hier wurde Fisch getrocknet und zum Versand gebündelt. Man roch es.
Abseits von den Fischhäusern wanderten sie auf ein vereinzelt stehendes großes Holzhaus zu, das schon nah am Wasser lag. Dort waren noch ein paar Handwerker bei der Arbeit, die das letzte Licht nutzten, so schwach es auch war. Einer spaltete Holz für den Herd, ein anderer schnitzte etwas, auch mehr ahnend als sehend, was er tat. Als sie die Ankommenden erblickten, standen sie auf und gingen auf sie zu. Hieronymus blieb einen Schritt zurück, aber Fido legte von neuem seinen Arm um die Schulter seines neuen Freundes.
»Dies ist Raptor Noctis, der kleine Bruder meines Vaters, und mein Vetter Belliabdico, der jetzt in Ladoga lebt und zu Besuch gekommen ist.«
Hieronymus war verwirrt, natürlich verstand er sofort die Bedeutung dieser quasi lateinischen Namen – ‚ärgstes Küchenlatein‘, dachte er bei sich – denn der ‚Nachträuber‘ und der ‚dem Krieg Entsagende‘ ließen ihn zu keinem Schluss kommen, ob er es mit einer wilden Horde oder friedliebenden Philosophen zu tun hätte. Noch verwirrter war er, als Raptor Noctis auf Fido zutrat, ihm die Hand um den Nacken legte und ihn zu einem zärtlichen Kuss an sich zog.
Er flehte um Gnade und musste somit Seiner Exzellenz dem Dogen vorgeführt werden. Die Amazonen blieben im Vorraum, hatten ihn im Blick und ließen ihn vor den Herrn der Stadt treten.
Seine Exzellenz ließ sich den Täter vorführen. Er betrachtete einen unter dem Schlaftuch nackten Jüngling von achtzehn Jahren, sah sein androgynes, verheultes Kindergesicht, umrahmt von langen dunkelbraunen Haaren. Seine Augen waren gesenkt. Aber als er sie mit dem Ausdruck des Flehens um Hilfe zum Dogen aufschlug, wurde diesem klar, dass er es mit einem verwöhnten Lustknaben zu tun hatte, wie sich viele in den Wohngemeinschaften der Homsarecs herumtrieben, wo sie nichts lernten, als sich niedlich zu machen und jeder ernsthaften Beschäftigung aus dem Weg zu gehen. Die bereits empfangenen Schläge hatten seine Fassung bereits unterminiert und den Rest des Rausches vertrieben. Und der Doge hörte von den Schäden, die der Einbrecher zu verantworten hatte.
Den Rest der Strafe, weitere zwei Stunden Schläge, wirst du öffentlich verbüßen. Meine Damen, bringen Sie ihn zwischen die Säulen des Todes und treiben Sie es ihm aus, Häuser durch Fenster zu betreten.«

Der alte Herr schaute auf, kam
um den Tisch herum und nahm das Buch wieder an sich. Er warf einen
kurzen Blick auf meine Eintragung.
»Was
machst du da eigentlich?«
»Eine
Statistik. Ich will herausfinden, warum viele so früh sterben.«
»Das
sind sensible Daten, die kann ich dir nicht so einfach zur Verfügung
stellen.«
Ich
berief mich darauf, dass die Stammbücher doch wohl der
Öffentlichkeit zugänglich waren, also durfte ich sie auch genauer
in Augenschein nehmen.
Vorsichtshalber
schaute er noch in ein riesiges Buch mit der Aufschrift »Codex
Auctoritatis«, wo geregelt war, wer was lesen durfte. Aber meinem
Argument hatte er nichts entgegenzusetzen.
Ich
blätterte also, schrieb und rechnete. Noch
gab es kein Bild, nur Tendenzen. Aber ich verwehrte es mir, voreilige
Schlüsse zu ziehen. Mir war klar, dass ich mich nicht mit den
Homsarecs selbst über meine brisanten Daten unterhalten musste, denn
ihnen war das Problem zu nah; was, wenn sogar die intensive
Beschäftigung mit der Gefahr sie in zu große Aufregung stürzte?
Ich
wünschte, mein Vater wäre hier, mit dem ich so gute Gespräche
führen konnte. Ich vermisste ihn als Einzigen hier, und ich wusste
auch, dass er das Leben verstehen konnte, das ich hier führte.
Ich
schaute mir meine Daten an. Ich fand die meisten langlebigen
Homsarecs unter denen, die eine Frau hatten.
Oha,
das würde den Schwulen überhaupt nicht gefallen.
So
einfach war es sicher auch nicht.
Auffallend
war, dass die Frauen mindestens zehn oder fünfzehn Jahre länger
lebten als die Männer. Recht langlebig waren auch Männer, die als
Mütterkinder eingetragen waren. Auch das würden sie nicht gern
hören, und es taugte wenig, um denen zu helfen, die jetzt erwachsen
waren. Ich beschloss also, dieses Wissen erst einmal für mich zu
behalten, bis es nützen konnte.
#homsarecs!
Band 1: "Die Liebe zu den Wilden"
https://buchshop.bod.de/homsarecs-lilith-dandelion-9783748199502
Worón, was ‘Rabe’ bedeutet, rauchte seine erste Pfeife Papavers an diesem Tag, als ihm das Fax seiner ehemaligen Vorgesetzten Sarx von den Tigern überbracht wurde. Er erkannte sogleich die Schrift seiner früheren Meisterin, die ihn als jungen, ungebärdigen Rekruten übernommen hatte.
»Mein lieber Worón,
wie ich in der Novosti las, suchst du einen Pais. Daher bitte ich dich darum, dich meines Sohnes Amba von den Tigern anzunehmen. Er braucht eine feste Hand, und ich weiß, dass du eine solche hast. Zur Zeit ist er in der Arsenal-Akademie in Sukent in Ausbildung. Bei ihm muss eine gewisse Zügellosigkeit korrigiert werden, und ich bin nach dem Tod meines Mannes vor 5 Monaten nicht in der Lage, ihm die Härte zu zeigen, die er braucht. Ich habe volles Vertrauen zu dir und räume dir alle Vollmachten ein.
Es grüßt dich herzlich und voller Respekt
Sarx von den Tigern, Amazone a.D.«
Worón hielt inne. Das war verlockend. Ob er hübsch war?
Sarx‘ Kind war mit Sicherheit hübsch.
Sich einen renitenten Sechzehnjährigen ans Bein zu binden lohnte sich ja nur, wenn er im Bett brauchbar war.
Sarx! Eine berühmte Amazone und Leibwache des ehemaligen Dogen Pentedattilo. Bogenschießen, Messer-Nahkampf, Wurfbeil — das waren ihre Spezialdisziplinen. Irgendwie war es auch ironisch. Jeder Zoll eine Kommandantin, und wurde nun mit ihrem Sprössling nicht fertig...
Er sah sich die mitgefaxten Unterlagen an. Ein Zeugnis. Er war ja fleißig. Gute Noten in Theorie und Praxis. Daran konnte es wohl nicht liegen, wenn er jetzt der ‘Korrektur bedurfte’. Vielleicht ein verbotenes Bankett? Eine Prügelei? Aufsässigkeit?
Wahrscheinlich hat er sich etwas geleistet, was noch vor kurzem für uns ganz normal war, dachte Worón, etwas, das in unserer Natur liegt und nur von den dekadenten neuen Moralvorstellungen verfemt und verpfiffen wird. An meine Brust, Kerl!
Auf diesen Brief brauchte er noch eine Pfeife und Kühlung.
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Ich musste mit einem anderen Verrückten reden, sonst werde ich es noch wirklich. Und ich beschloss, meinen Vater aufzusuchen, und marschierte mit flottem Schritt zum Verwertungszentrum. Was für ein hochtrabender Name für einen Schrottplatz.
Der Wachhund bellte laut, wedelte aber, als ich mich näherte; ich begrüßte ihn mit einem kleinen Hundekuchen aus meiner Latztasche. Dann sah ich meinen Vater. Er machte eine kleine, unauffällige Handbewegung als Begrüßung.
Er
nahm den Besuch zum Anlass, eine Pause zu machen. Wir
setzten uns auf einen besonnten Palettenstapel. Er nahm seinen Helm
ab und legte die Arbeitshandschuhe daneben, zog einen Tabaksbeutel
aus seiner Jackentasche und drehte sich und mir eine Zigarette. Ich
gab uns Feuer, und wir rauchten.
»Es
wird früh Herbst«, bemerkte er, »und heute kriegen wir noch
Regen.«
Nichts
deutete darauf hin, aber meistens hatte er recht mit solchen
Ansagen. Unmittelbar ging ich zu meinem Thema.
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Er
schwieg lange.
»Du
erwartest, dass ich dir das erkläre?«
Ich
dachte, ich hätte wohl lieber den Mund halten sollen, aber er fuhr
fort: »Es ist besser für dich, wenn du das nicht weißt.«
»Ich
will es nicht besser haben, ich will es wissen.«
»Denkst
du nicht, dein Vater hat genug gelitten?«
»Kann
ich nicht, du redest ja nicht drüber.«
Diese Romane sind zur Zeit in überarbeitung.
Die alte Ausgabe:
"Homsarecs! Die Liebe zu den Wilden"
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